Nicht die Rendite entscheidet, ob eine Strategie zu dir passt, sondern der Rückschlag, den du dabei aushalten musst.
Die Kurzfassung: Verluste und Gewinne sind nicht symmetrisch. Wer die Hälfte verliert, braucht eine Verdopplung, um wieder bei null zu sein – nicht 50 Prozent. Diese Asymmetrie ist der Grund, warum Risikobegrenzung mehr zum Ergebnis beiträgt als Renditejagd.
Der Grund ist simpel: Der Gewinn setzt auf einer kleineren Basis an. Aus 10.000 Euro werden nach minus 50 Prozent 5.000 Euro – und 50 Prozent von 5.000 sind nur 2.500.
| Verlust | nötiger Gewinn zum Ausgleich | Aus 10.000 € werden |
|---|---|---|
| −10 % | +11,1 % | 9.000 € |
| −20 % | +25,0 % | 8.000 € |
| −30 % | +42,9 % | 7.000 € |
| −50 % | +100,0 % | 5.000 € |
| −75 % | +300,0 % | 2.500 € |
| −90 % | +900,0 % | 1.000 € |
In der Rückschau wirkt ein Rückgang wie ein Knick in der Kurve. Im Erleben ist er etwas anderes: eine Zeit, in der jeder Blick ins Depot schlechte Nachrichten bringt und in der niemand sagen kann, wie lange es noch dauert.
Deshalb ist die praktisch wichtigste Frage nicht „welche Rendite will ich?", sondern: Welchen Rückgang halte ich aus, ohne auszusteigen? Wer eine Strategie wählt, die zeitweise 25 Prozent im Minus liegt, und bei 15 Prozent die Nerven verliert, realisiert genau den Verlust und verpasst die Erholung. Die Strategie war nicht schlecht – sie passte nicht.
Eine verbreitete Regel begrenzt den Verlust je Einzelposition auf ein bis zwei Prozent des Gesamtkapitals. Daraus folgt die Stückzahl – nicht umgekehrt:
Der entscheidende Punkt steckt in der Reihenfolge: Erst steht fest, wo du aussteigst, dann ergibt sich, wie viel du kaufst. Wer zuerst die Stückzahl wählt und danach nach einem Ausstiegspunkt sucht, betreibt kein Risikomanagement, sondern Hoffnung.
Ehrlich zu beantworten, auch wenn keine Antwort falsch ist. Wie du in dieser Lage handelst, sagt mehr darüber, was zu dir passt, als jede Selbsteinschätzung.
Mehr als der Verlust betrug, weil der Gewinn auf einer kleineren Basis ansetzt. Nach minus 20 Prozent braucht es plus 25 Prozent, nach minus 33 Prozent plus 50 Prozent, nach minus 50 Prozent plus 100 Prozent. Die Formel lautet: Gewinn = Verlust ÷ (1 − Verlust).
Der Rückgang vom letzten Höchststand bis zum tiefsten Punkt danach, in Prozent. Entscheidend sind zwei Größen: wie tief es geht und wie lange es dauert, bis der alte Stand wieder erreicht ist. Die Dauer wird meist unterschätzt und ist der Grund, warum Menschen aufgeben.
Eine verbreitete Regel begrenzt den Verlust je Position auf ein bis zwei Prozent des Gesamtkapitals. Aus dem geplanten Ausstiegskurs und dieser Grenze ergibt sich die Stückzahl — nicht umgekehrt. Wer zuerst die Stückzahl wählt und dann den Ausstieg sucht, hat kein Risikomanagement.
Weil die Strategie einen Rückschlag aushält, der Mensch dahinter aber nicht. Wer eine Strategie mit 25 Prozent möglichem Rückgang wählt und bei 15 Prozent aussteigt, realisiert den Verlust und verpasst die Erholung. Die tragfähige Frage ist nicht, welche Rendite man will, sondern welchen Rückgang man aushält.
Wie viel Schwankung du aushältst, wie viel Zeit du hast und was du erreichen willst — daraus ergibt sich, welches Werkzeug sinnvoll ist. Und welches nicht.
Herausfinden, was passt